Teamentwicklung mit der bigbandmethod

23. Dezember 2012 | | Blog | Ein Kommentar

Teamentwicklung mit der bigbandmethod – wie durch empathisches und gehirngerechtes Führen aus Unbekannten oder Konkurrenten Kollegen und Freunde werden. Dies war das Thema des gemeinsamen Jahresabschlusskonzertes der Bigbands dreier Neuköllner Schulen: Der Richardschule, der Röntgenschule und der Alfred-Nobel-Schule.

Am 21.12.2012 – neben der „Weltuntergangsprophezeiung“ der Maya auch der letzte Schultag vor Weihnachten in Berlin im Jahr 2012 wagten drei Neuköllner Schulen eine Premiere: Ein gemeinsames Abschlusskonzert von knapp 30 Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 bis 20 Jahren, die sich bis zur Generalprobe am 20.12.2012 nicht untereinander kannten. Teilweise halten sie ihr Instrument seit ganzen 2 Wochen in den Händen. 

 

Teamentwicklung mit der bigbandmethod

Nahezu täglich werden wir mit Statistiken über die Einwohner von Neukölln konfrontiert – mit Konsequenzen:

  • Wenn „deutsche Eltern“ – wie auch immer man das definieren mag – hören oder lesen, dass an der Röntgen-, der Richard- oder der Nobelschule über 90% der Schüler einen Migrationshintergrund haben, dann setzen sie Himmel und Hölle in Bewegung, um ihr Kind an einer anderen Schule anzumelden.
  • Wenn ich in meinem „anderen Leben“ mit Bankern, Unternehmern, Speakern, Trainern oder Coaches über meine Liebe zu den Menschen Neuköllns und meine Arbeit dort rede, dann bekreuzigen sie sich nicht selten, weil sie meinen, dass dieser Ort nicht der rechte Platz für eine Frau wie mich wäre. Außerdem schätzen sie die Verdienstmöglichkeiten für eine Teamentwicklung mit der bigbandmethod in Neukölln nicht gerade als lukrativ ein.

Ich bin Pädagogin (zu deutsch: Führungskraft) geworden, weil ich glaubte zu wissen, wie man das Potential der Mitarbeiter durch Begeisterung entfalten kann. Und das glaube ich immer noch. Ich glaube aber auch, dass Deutschland seinen inneren Zusammenhalt verliert, wenn es uns nicht gelingen sollte, miteinander zu kooperieren und zwar unabhängig von Hautfarbe, Religion, Alter oder der Herkunft unserer Eltern.

 

In den letzten 10 Jahren ist die Kluft zwischen arm und reich immer größer geworden. Ich kenne viele Menschen, die darauf antworten würden: „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.“ Aber wer glaubt, die Antwort auf soziale Ausgrenzung wäre der freie Markt, der glaubt auch, dass Lehrer einen Halbtagsjob und 3 Monate im Jahr Ferien haben. Das entspricht nicht den Tatsachen!

 

Wenn wir ein neues, lebenswertes Neukölln, Treptow, Berlin, Brandenburg, Deutschland, Europa, ja Welt wollen brauchen wir eine neue Art der Kommunikation und auch der Bildung. Es ist nämlich gut möglich, dass Worte wie „Mittlerer Schulabschluss“, „PISA-Test“ oder auch „Duldungsstatus“ die Welt von gestern beschreiben, aber nicht die von morgen. Unser Bildungs- und Führungssystem muss genau wie die moderne Welt vielfältig sein. Ich freue mich daher euch den Zusammenschnitt des Konzertes an dieser Stelle präsentieren zu können, denn Bilder sagen bekanntlich mehr als Worte.

 

Ein wunderschönes Weihnachtsfest euch!



1 Kommentar

  1. Heiner Diepenhorst
    25. August 2013

    Hallo, das ist eine interessante Art der Teamentwicklung, die ich in dieser Form nicht häufig antreffe. Viel Spaß bei der Arbeit und viele Grüße, Heiner Diepenhorst (Teamentwicklung Lab Berlin).

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